Spätes Mutterglück

Spätes Mutterglück. Von vielen noch skeptisch betrachtet. Für viele Frauen aber mittlerweile Realität. Warum auch nicht?

Dies ist ein Artikel, den ich vor fast einem Jahr für die Zeitschrift „Frauengesundheit“ geschrieben habe. An Popularität hat er nichts eingebüßt.

In dieser Online-Zeitschrift gibt es übrigens viele interessante Artikel, nicht nur zum Thema spätes Mutterglück!

„Mit 66 Jahren, da fängt da Leben an…“
Gilt das bald auch für die Familienplanung? Spätes Mutterglück lässt grüßen.

Älter bei der ersten Geburt

Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ihr Mutterglück nach hinten zu verschieben. Waren in den 70er Jahren westdeutsche Frauen bei der Geburt des ersten Kindes im Schnitt unter 25 Jahre alt, in der ehemaligen DDR sogar unter 22 Jahren, sind die Erstgebärenden jetzt deutlich älter. Heute beträgt das Durchschnittsalter in Deutschland 30,5 Jahre .

2018 hatten 42.800 Neugeborene eine Mutter, die 40 Jahre oder älter war. Damit hat sich die Zahl der späten Mütter (40+) seit 1990 fast vervierfacht!

Statistisch betrachtet …

Warum auch nicht? Unsere Lebenserwartung ist in den letzten 140 Jahren deutlich gestiegen. Im Deutschen Reich (1871-1881) betrug die Lebenserwartung bei der Geburt für einen Jungen 35,6 Jahre und für ein Mädchen 38,4 Jahre. Hatten diese Kinder das Alter von fünf Jahren erreicht, konnten die Jungs 49,4 Jahre und die Mädchen 51,0 Jahre alt werden. Das sechzigste Lebensjahr erreichten in dieser Zeit allerdings nur 31 % der Männer und 36 % der Frauen.

… steigt die Lebenserwartung

Als Frau kannst Du Dich an Deinem 60. Geburtstag auf weitere 25 Lebensjahre freuen, und als Mann sind es ab diesem Zeitpunkt noch 22 Jahre. Auch diese Zahlen sind in den letzten 140 Jahren deutlich gestiegen.

Genug Zeit für das Familienglück

Warum dann nicht die Familienplanung nach hinten schieben? Bekommst Du Dein Kind um den 40. Geburtstag, bleiben Dir selbst unter ungünstigsten Umständen im Schnitt noch fast 40 Jahre, um Deinen Nachwuchs sicher ins Leben zu begleiten.

Abnehmende Fruchtbarkeit

Dies ist eine Seite der Medaille. Leider weiß die Natur von den gestiegenen Lebenserwartungen recht wenig und behandelt uns noch wie im Kaiserreich: mit 51 Jahren war da Schluss und die Menopause setzte ein. 

Und so zeichnet die Statistik ein düsteres Bild von unserer abnehmenden Fruchtbarkeit. Mit 35 Jahren knickt die Kurve nach unten und endet bei knapp 5 % Schwangerschaftsrate pro Monat um das 44. Lebensjahr. Bist du 25 Jahre alt, liegen die Schwangerschaftsraten bei 25 % pro Monat. 

Mit 35 Jahren schon zu alt für Kinder?

Szenenwechsel. Kinderwunschtage in Köln 2018. Mein erster Besuch einer solchen Veranstaltung. Ich bin entsetzt. In fast jedem Vortrag bist Du mit 35+ und einem Kinderwunsch ein schwerer Fall. Ganz forsche Referenten fordern Dich sogar dazu auf, über eine Eizellspende nachzudenken. Ich sitze im Auditorium und traue mich nicht, dazu Stellung zu nehmen, so platt bin ich. Wer meine Geschichte kennt, weiß warum.

Die Kinderwunschtage finden in verschiedenen deutschen Städten statt. Mehrheitlich ausländische Kliniken bieten hier ihre Leistungen an. Unter anderem Therapien wie Eizellspenden, die in Deutschland verboten sind. Moralisch mag man dazu stehen, wie man will. Für viele Paare ist es eine Chance, sich zu informieren und vielleicht doch noch eine Lösung für ihren Kinderwunsch zu finden.

Vorbereitung und Begleitung

Auch mit 35+ ist die Erfüllung des Kinderwunsches noch möglich! Allerdings solltest Du ein paar Dinge beachten. Denn ja, die Uhr tickt. Mit 25 Jahren hast Du alle Zeit der Welt, wenn Du mal einen Zyklus „versemmelst“, der nächste kommt bestimmt. Je älter Du wirst, desto weniger Eisprünge stehen Dir noch zur Verfügung. Deshalb sind eine gute Vorbereitung und Begleitung die halbe Miete.

Copyright- Pixabay – Satya Tiwari

Gut vorbereitet zum Wunschkind

Eine gesunde, pflanzenbasierte Ernährung mit wenig Fleisch bietet eine gute Grundlage. Verwende gesunde Fette und Öle, dafür wenig künstliche Aromen und Konservierungsstoffe. Obst und Gemüse sollten frisch sein und kurze Transportwege haben. Das garantiert Dir ein Maximum an Vitaminen und Mineralstoffen. Und besser ist es, wenn Du dann noch selbst zum Kochlöffel greifst. Fastfood und Lieferservice sollten eher die Ausnahme auf dem Speisezettel sein.

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe

Um Nahrungsergänzungsmittel kommst Du meiner Meinung nach nicht herum, denn der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in den Lebensmitteln ist in letzten Jahren drastisch gesunken. Fast jede Frau leidet unter einem Mangel an Folsäure, Vitamin D3 und Omega 3 Fettsäuren. Lasse sicherheitshalber die Werte vor Deinem Kinderwunsch bestimmen. Denn diese Vitamine und Fette sind ganz wichtig für den Erfolg Deines Kinderwunsches und eine gesunde Schwangerschaft.

Dinge, die Du meiden solltest

Auf Genussgifte wie Alkohol, übermäßigen Kaffeegenuss oder Nikotin solltest Du weitestgehend verzichten. Aber auch Weichmacher und Konservierungsstoffe gehören auf die Liste der Dinge, die Du meiden solltest. Denn diese Stoffe können in Deinem Körper eine hormonartige Wirkung entfalten und so Dein Hormongleichgewicht durcheinanderbringen. Hier ist weniger mehr.

Untersuchungen zur Standortbestimmung

Ein weiterer Punkt ist die Diagnostik. Auch hier solltest Du nicht zu lange warten. Gerade, wenn Du über 35 Jahre alt bist, musst Du wissen, wieviel Zeit Dir für die Realisierung des Kinderwunsches bleibt. Wenn bei den Untersuchungen alles in Ordnung ist, kannst Du es immer noch langsam angehen lassen.

Weil das ein Punkt ist, der oft vernachlässigt wird, habe ich dazu einen Online-Kurs zusammengestellt. Hier erfährst Du, wie Du alle wichtigen Untersuchungen in nur einem Monat durchführen kannst.

Mehr Infos dazu findest du auf meiner Internetseite.

Copyright Pixabay – Blanka Šejdová

Spätes Mutterglück:  doch nicht so aussichtslos?

Es gibt drei echte Lichtblicke, die Mut machen, wenn es um spätes Mutterglück geht.

Zum einen gibt es eine Studie aus dem Jahr 2004 von David Dunson, der die Daten von 770 europäischen Frauen ausgewertet hat. Danach unterscheidet sich die Fruchtbarkeit von Frauen um 35 Jahre nur um 4 % von der von Frauen um das 25. Lebensjahr. Eine Studie von Anne Steiner, Universität von North Carolina, kommt zu dem Ergebnis, dass die Fruchtbarkeit erst mit 40 Jahren deutlich abnimmt. Vorausgesetzt, Du hast zweimal pro Woche ungeschützten Sex.

Und da ist noch die Studie der Boston School of Medicine. Die besagt, dass späte Mütter länger leben. Wenn das mal kein Ansporn ist…

Ich betreue viele Patientinnen, die über 40 noch schwanger geworden sind – ohne Probleme und Komplikationen in der Schwangerschaft. Auch ich selbst bin mit 48 Jahren unerwartet noch schwanger geworden. Gearbeitet habe ich bis zum letzten Tag ohne größere Zipperlein. Walk your talk…

Weltrekord…

Eine Inderin mit 72 Jahren ist übrigens die älteste Mutter. Das finde ich nicht nachahmenswert, aber es schon erstaunlich, was ein weiblicher Körper so leisten kann!

Lass Dich nicht aufhalten!

Also, wenn Du einen Kinderwunsch hast und schon älter bist, lass Dich nicht aufhalten. Und vor allen Dingen, lass es Dir nicht ausreden! Einen Versuch ist es wert. Sonst bereust Du es später vielleicht.

Brauchst Du dazu weitere Informationen, schau gerne auf meiner Webseite https://spaetes-mutterglueck.de oder in meinem YouTube Kanal nach!


Die Autorin: Dr. med. Heidi Gößlinghoff

Als Frauenärztin und Kinderwunschexpertin habe ich mich auf die Beratung und Betreuung von Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch spezialisiert. Neben den schulmedizinischen Maßnahmen arbeite ich gerne unterstützend mit Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin.

Möchtest Du mehr über mich und meine Arbeit erfahren, schau einfach mal bei www.spaetes-mutterglueck.de vorbei.

Oder bei YouTube unter Dr. med. Heidi Gößlinghoff, hier gibt es jede Woche zwei Videos zum Thema Kinderwunsch.

Auf Instagram findest Du mich unter „babyglueck“ und spaetes.mutterglueck

Bildnachweis:
Profilbild: Dr. med. Heidi Gößlinghoff

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Herzlich Willkommen!

Hallo, mein Name ist Dr. med. Heidi Gößlinghoff.

Ich bin Frauenärztin und Reproduktions-medizinerin mit Leib und Seele. Neben der Facharztausbildung habe ich mich in  Naturheilverfahren, Akupunktur und Neuraltherapie ausbilden lassen.

Später kamen noch Weiterbildungen der Ernährungsmedizin, Hormontherapie und Anti-Aging Medizin dazu. Zuletzt habe ich im März 2018 eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung der fachgebundenen Psychotherapie abgeschlossen.

Um so mehr haben mein Mann und ich uns gefreut, dass es mit der Familienplanung komplikationslos geklappt hat: wir haben drei tolle Kinder, die ich im Alter von 38, 39 und 49 Jahren bekommen habe.

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