PCO-Syndrom ganz leicht erkennen

PCO-Syndrom ganz leicht erkennen. In diesem ersten Teil geht es um das, was Du bei Dir beobachten kannst und das, was Deine Frauenärztin diagnostizieren kann.

Unregelmäßige Periode, schlechte Haut

Ich bekomme meine Regel sehr unregelmäßig und selten. Meine Haut ist schlecht. Abnehmen fällt mir schwer. Ich habe so viele Haare im Gesicht.

Das sind Sätze, bei denen ich hellhörig werde. Besonders, wenn die Frau vor mir Kinderwunsch hat.

Sie deuten auf das Vorliegen eines PCO-Syndroms hin.

Was das genau ist, wie es entsteht, wie Du es erkennst und wie Du trotzdem schwanger werden kannst, dass alles erfährst Du in dieser Blog-Reihe. Ein Video gibt es dazu auch.

PCOS und Kinderwunsch

Das eine unregelmäßige Periode etwas mit dem Kinderwunsch zu tun hat, leuchtet Dir wahrscheinlich ein.

„Aber was haben Akne, unangenehmer Haarwuchs und oft auch Übergewicht mit meinem Kinderwunsch zu tun?“ magst Du Dich fragen.

Dann lass Dich von mir in die Welt des Polyzystischen Ovarialsyndrom entführen.

Da dieses Syndrom sehr komplex ist, habe ich es in drei Blogs aufgeteilt.

PCOS: Diagnose, Ernährung und Therapie

Der heutige Teil beschäftigt sich mit den Anzeichen, die Du bei Dir sehen kannst und der Diagnostik beim Facharzt.

Im zweiten Teil bekommst Du Tipps und Tricks für Deine Ernährung und Sport beim PCO-Syndrom.

Der letzte Teil befasst sich mit den Therapiemöglichkeiten beim Kinderwunsch.

Aber jetzt starten wir erst mal mit dem ersten Teil.

Blickdiagnose …

Akne, Oberlippenpflaum, manchmal auch dünneres Haar, oft kannst ich als Ärztin mit einem geübten Blick schon die erste Diagnostik stellen.

Bei dieser Konstellation würde ich auf ein PCO-Syndrom tippen: PCO-Syndrom ganz leicht erkennen.

Was ist ein PCOS?

Dieses Syndrom kann Deine Fruchtbarkeit erheblich beeinträchtigen! Zunächst einmal: was bedeutet PCO?

Die Abkürzung PCO-Syndrom steht für Polyzystisches Ovarialsyndrom.

Das PCO-Syndrom hat unterschiedliche Ausprägungen und tritt, gemeinerweise, bei Frauen im gebärfähigen Alter auf.

Was sind typische „Verdachtsmomente“ für ein PCO-Syndrom? Wann solltest Du daran denken?

Hautbild und Haar

Das PCO-Syndrom hat ein typisches Hautbild:

Hautunreinheiten an der Stirn und um den Mund. Pickel auf dem Rücken und im Dekolletee.

Dazu gibt es ein typisch „männliches“ Behaarungsmuster, das beim PCO-Syndrom auffällt:

Ein mehr oder weniger ausgeprägter „Damenbart“ kann ein Hinweiszeichen sein.

Haare rund um die Brustwarze, die Du vielleicht regelmäßig auszupfen darfst.

Eine Haarlinie von der Schambehaarung bis zum Nabel.

Behaarte Oberschenkelinnenseiten, all das sind Hinweise auf ein PCO-Syndrom.

Dafür kann das Haar auf dem Kopf schon mal dünner ausfallen als erwünscht. Auch „Geheimratsecken“ sind nichts Ungewöhnliches beim PCO-Syndrom.

… PCO-Syndrom ganz leicht erkennen..

Gewicht

Auch Dein Körpergewicht kann Dir den Weg weisen.

50 – 70 % der Frauen mit einem PCO-Syndrom sind übergewichtig. Gemeinerweise ist beim PCO die Stoffwechsellage oft in Richtung Diabetes verschoben. Das macht das Abnehmen nicht einfacher…

Unregelmäßige Periode

Das aber weitaus stichhaltigste Anzeichen für ein PCO-Syndrom sind aber die Zyklusunregelmäßigkeiten. Durch eine gestörte Eizellreifung hast Du beim PCO-Syndrom selten einen gestochen scharfen 28-Tage-Zyklus. Eher Abstände von 32 Tagen bis unendlich zwischen zwei Blutungen.

Ich habe Patientinnen, die haben 2-3 Perioden im Jahr. Damit ist die Chance, schwanger zu werden, sehr reduziert. Den Eisprung zu bestimmen, wird da schon aufwendig. Wenn überhaupt einer stattfindet.

Blutentnahme und Ultraschall

Deshalb solltest Du mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt reden, wenn Dir das ein oder andere bekannt vorkommt.

Mit einer Ultraschalluntersuchung und einer Blutentnahme kann schnell Licht ins Dunkel gebracht werden.

Wenn Du den Verdacht auf ein PCO-Syndrom hast, was darfst Du untersuchen lassen?

Als allererstes würde ich nach den Eierstöcken schauen. Mit einer Ultraschalluntersuchung kannst Du sehen, ob sich das typische Bild eines PCO-Eierstocks darstellt. Dies ist allerdings nur ein Hinweis, noch kein Beweis!

Aussagekräftig ist diese Untersuchung auch nur, wenn Du keine Pille einnimmst. Unter Pille sind die Eierstöcke in Ruhestellung und somit das Ultraschallbild nicht aussagekräftig.

Ultraschallbild

Das typische Ultraschallbild sind Eierstöcke mit kleinen Eizellbläschen, die wie eine Perlenkette im Eierstock aufgereiht sind. 

Von diesen Eizellbläschen kann sich keines entschließen, reif zu werden und zu springen. Deshalb kommt es zu den langen Abständen zwischen den Blutungen. Ich habe Patientinnen mit einem PCO-Syndrom, die nur 2-3x im Jahr bluten. Das sind dann höchstens 3 Eisprünge pro Jahr….

Oft findet auch gar kein Eisprung statt. Ohne Eisprung keine Schwangerschaft. PCO-Syndrom einfach erklärt, inklusive der Folgen.

Blutuntersuchung

Als nächstes darfst Du die Ärmel hochrollen zur Blutentnahme. Ein Hormonstatus zeigt Dir, ob Du erhöhte männliche Hormone hast. Damit wird die Ultraschalldiagnose erhärtet.

Am besten lässt Du sie zwischen den 3. und 5. Zyklustag machen. Hast Du sehr unregelmäßig Deine Periode, kannst Du die Blutentnahme auch ohne Blutung machen lassen.

Dein Frauenarzt wird dabei die männlichen Hormone und deren Vorstufen bestimmen lassen. Auch ein Eiweiß, was die männlichen Hormone bindet, wird bestimmt. Die Werte für diese Parameter sind meist erhöht.

Oft ist auch der LH-Spiegel erhöht. LH ist das Eisprunghormon.

Die Hormonwerte sind aber nur aussagekräftig, wenn Du keine Pille nimmst. Die Pille setzt den hormonellen Regelkreis außer Kraft.

Insulinresistenz und AMH

Auch der AMH-Wert kann Hinweise geben. Das AMH, das Anti-Müller-Hormon ist mein Lieblingshormon. Normalerweise wird es zur Bestimmung der Eizellreserve genutzt. Beim PCO-Syndrom ist der AMH-Wert erhöht. Den Wert kannst Du auch unter Pilleneinnahme bestimmen lassen.

Auch kann eine periphere Insulinresistenz bestehen. Hier ist der Blutzuckerstoffwechsel in Richtung Diabeteserkrankung verschoben. Da geht Zunehmen super easy und abnehmen ist ein K(r)ampf. Auch das kann im Blut untersucht werden.

Vitamin D

Beim PCO-Syndrom ist der Vitamin D Spiegel oft erniedrigt, auch das kannst Du im Blut bestimmen lassen. Vitamin D ist sehr wichtig beim Kinderwunsch. Mit einer Einnahme von Vitamin D kannst Du Deine Fruchtbarkeit steigern.

Alle Zeichen für ein PCOS zusammengefasst

Zusammenfassend sprichst Du von einem PCO-Syndrom, wenn folgende drei Parameter vorliegen:

  • Zyklusstörungen
  • Erhöhte männliche Hormone und oder Anzeichen eines erhöhten männlichen Hormonspiegels wie Akne oder vermehrte Körperbehaarung
  • Das typische Ultraschallbild

PCO-Syndrom ganz leicht erkennen.

Im zweiten Teil des Blogs zum PCO-Syndrom bist Du dran. Denn da geht es darum, wie Du das PCOS selbst günstig beeinflussen kannst.

Bis dahin alles Liebe

Deine Heidi

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Herzlich Willkommen!

Hallo, mein Name ist Dr. med. Heidi Gößlinghoff.

Ich bin Frauenärztin und Reproduktions-medizinerin mit Leib und Seele. Neben der Facharztausbildung habe ich mich in  Naturheilverfahren, Akupunktur und Neuraltherapie ausbilden lassen.

Später kamen noch Weiterbildungen der Ernährungsmedizin, Hormontherapie und Anti-Aging Medizin dazu. Zuletzt habe ich im März 2018 eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung der fachgebundenen Psychotherapie abgeschlossen.

Um so mehr haben mein Mann und ich uns gefreut, dass es mit der Familienplanung komplikationslos geklappt hat: wir haben drei tolle Kinder, die ich im Alter von 38, 39 und 49 Jahren bekommen habe.

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