Kinderwunschtherapie mit Tabletten oder Spritzen?

Kinderwunschtherapie mit Tabletten oder Spritzen? Wenn Du Deinem Kinderwunsch etwas nachhelfen möchtest, stehst Du irgendwann vor der Entscheidung, ob Du Medikamente einnehmen solltest oder nicht.  Dann kommt auch schon ganz schnell die Frage: welches Medikament? Je nach Wirkstoff wird die Kinderwunschtherapie mit Tabletten oder Spritzen durchgeführt.

Zwei Möglichkeiten

Grundsätzlich hast Du die Möglichkeiten, in der Kinderwunschtherapie mit Tabletten oder Spritzen zu behandeln.

In dieser Videofolge/Blog gehe ich zunächst auf die Tablettentherapie ein. Beim nächsten Mal folgt die Spritzentherapie.

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Vorteile der Tablettentherapie

Beide Therapieformen haben Vor- und Nachteile. Die Vorteile der Tablettentherapie liegen deutlich auf der Hand: Du brauchst keine Spritzen und die Tabletten werden in der Regel über einen sehr begrenzten Zeitraum eingenommen.

Wer wie ich einen großen Respekt vor dem spitzen Ende der Nadel hat, ist mit den Tabletten gut bedient.

Nachteile der Tablettentherapie

Die Wirkstärke ist begrenzt, weshalb Du nicht unendlich viele Eizellbläschen bilden kannst unter einer Tablettentherapie. Deshalb wird bei Therapieverfahren, bei denen mehrere Eizellen erwünscht sind, eher auf eine Spritzentherapie zurückgegriffen. Aber auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Auch ein nicht Ansprechen der Tabletten ist möglich, dann bleibt nur noch die Spritzentherapie.

Zwei Wirkstoffe

In Tablettenform gibt es zwei Wirkstoffe, die dazu beitragen können, dass Du schneller Mama wirst.

Das eine Medikament ist Clomifen. Clomifen ist schon sehr lange auf dem Markt und es gibt viele Erfahrungen damit in der Kinderwunschtherapie.

Das zweite Medikament ist Letrozol. Das wird noch nicht ganz so lang für die Kinderwunschtherapie angewandt wie Clomifen, ist aber auch schon sehr lang auf dem Markt. Wenn auch für eine komplett andere Erkrankung.

Fangen wir zunächst mit dem Clomifen an.

Clomifen

Clomifen ist seit 1960 auf dem Markt. Als Östrogenantagonist hatte sehr schnell auch Einzug in die Kinderwunschtherapie gehalten.

Wirkmechanismus

Clomifen vermittelt der Hirnanhangsdrüse den Eindruck, in Deinem Körper zu wenig Östrogen vorhanden ist. Die Hirnanhangsdrüse schüttet daraufhin vermehrt FSH, Follikel stimulierendes Hormon, aus, um diesen Mangel zu beheben

Follikelreifung unterstützen

FSH regt im Eierstock die Eizellreifung an. Heranreifende Eizellen bilden Östrogen. So ist aus Sicht der Hirnanhangsdrüse das Problem gelöst. Der schöne Nebeneffekt für Dich: Deine Chance, schwanger zu werden, steigt. Einfach, weil a) Eizellen und b) häufig mehr als eine Eizelle und diese c) oft schneller gebildet werden.

Positive Effekte

Du kannst den Samenfädchen mehr Eizellen zur Befruchtung anbieten.

Bei sehr unregelmäßigen Zyklen werden die Eizellen deutlich schneller reif. Dadurch wird der Zyklus, zu mindestens unter Behandlung, regelmäßiger.

Nebenwirkungen

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Die Tatsache, dass durch die vermehrte FSH-Ausschüttung mehr Follikel gebildet werden, in denen Eizellen heranreifen, hat zur Folge, dass ein moderates Mehrlingsrisiko besteht.

Deshalb sollte eine Clomifenstimulation immer per Ultraschall überwacht werden. Dazu komme ich später nochmal.

Dosierung und Einnahme

Eingenommen wird Clomifen entweder ab dem dritten oder ab dem fünften Zyklustag.  Gegeben wird es über fünf Tage. Die Dosis beträgt entweder eine oder zwei Tabletten täglich.

Es gibt auch Therapieschemen mit drei Tabletten pro Tag, das ist aber nicht die Regel. Meist wird mit einer bis zwei Tabletten über fünf Tage gearbeitet.

Therapiebeginn

Der Beginn der Therapie hängt ein wenig davon ab, ob Du noch viele Einzelreserven hast, oder ob nur noch wenige Eizellen im Eierstock vorhanden sind.

Im letzteren Fall würde ich eher am dritten Tag anfangen. Denn je früher Du anfängst im Zyklus, desto mehr Follikel bilden sich.

Bei jungen Frauen mit guter Eierstockreserve wähle ich eher den fünften Tag als ersten Einnahmetag, um das Mehrlingsrisiko zu minimieren.

Ultraschallkontrolle

Um den zehnten Zyklustag solltest Du eine Ultraschalluntersuchung machen lassen. Mit der Ultraschalluntersuchung kannst Du (oder Dein/e Arzt/in), wann die Eizellbläschen reif sind.

Zum anderen geht es um die Anzahl der Follikel, die sich bilden. Denn Clomifen kann nicht nur einen Follikel zum Wachsen bringen, sondern auch mal mehrere. Um eine höhergradige Mehrlingsschwangerschaft zu verhindern, ist der Ultraschall notwendig.

Sind zu viele Follikel reif geworden, sollte kein Verkehr beim Eisprung stattfinden. (Wird nicht gerne genommen, beim nächsten Mal niedriger dosieren).

Auslösen?

Wenn die Eizellen reif sind, springen sie. Bei Clomifen (und Letrozol) muss nicht unbedingt ausgelöst werden. Das heißt, Du brauchst keine Spritze für die Auslösung des Eisprungs.

Aber, wenn Du ganz sicher gehen möchtest, dass das Ei auch wirklich springt, spricht nichts dagegen, den Eisprung auszulösen.

Nachteil

Clomifen ist insgesamt ein super Medikament, um die Eizellen heranreifen zu lassen und den Zyklus zu regulieren.

Einen kleinen Nachteil hat es jedoch: bei manchen Frauen wird unter Clomifen die Gebärmutterschleimhaut nicht so hoch aufgebaut. Und deshalb gibt es eine Alternative.

Letrozol

Letrozol ist auch ein Östrogenantagonist. Meine Patientin habe ich immer vorgewarnt: Letrozol wird eigentlich zur Therapie des Hormonrezeptor positiven Brustkrebs eingesetzt. Also, wenn Du Letrozol verschrieben bekommst und im Beipackzettel überall Brustkrebs steht, nicht erschrecken.

Du kannst Letrozol auch in der Kinderwunschtherapie anwenden.

Letrozol ist ein wirkt nach meiner Erfahrung etwas schwächer als Clomifen. Deshalb braucht oft ein bisschen länger, bis die Eizellen reif sind.

Aber die Schleimhaut ist unter Letrozol oft besser aufgebaut.

Das waren die zwei schulmedizinischen Medikamente für die Follikelreifung in Tablettenform.

Im nächsten Beitrag bespreche ich die Spritzentherapie.

Solltest Du Fragen zu diesem Thema haben, melde Dich bei mir.

Alles Liebe

Deine Heidi

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Hallo, mein Name ist Dr. med. Heidi Gößlinghoff.

Ich bin Frauenärztin und Reproduktions-medizinerin mit Leib und Seele. Neben der Facharztausbildung habe ich mich in  Naturheilverfahren, Akupunktur und Neuraltherapie ausbilden lassen.

Später kamen noch Weiterbildungen der Ernährungsmedizin, Hormontherapie und Anti-Aging Medizin dazu. Zuletzt habe ich im März 2018 eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung der fachgebundenen Psychotherapie abgeschlossen.

Um so mehr haben mein Mann und ich uns gefreut, dass es mit der Familienplanung komplikationslos geklappt hat: wir haben drei tolle Kinder, die ich im Alter von 38, 39 und 49 Jahren bekommen habe.

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