Gegen COVID-19 vor oder während der Schwangerschaft impfen?

Gegen COVID-19 vor oder während der Schwangerschaft impfen? Diese Frage stellen sich viele Frauen, mit denen ich spreche.

Es bewegt sich was! Die STIKO kann sich unter bestimmten Konstellationen eine Impfung von schwangeren und stillenden Frauen vorstellen.

Gegen COVID-19 vor oder während der Schwangerschaft impfen?

Für die Risikoabwägung einer Impfung habe ich Dir noch ein paar Zahlen mitgebracht. Zahlen zu dem Risiko bei einer SARS-CoV-2-Infektion in der Schwangerschaft. Und Zahlen zum allgemeinen Schwangerschaftsrisiko.

Gegen COVID-19 vor oder während der Schwangerschaft impfen? Immer wieder werde ich gefragt, was ich davon halte. Wenn Du die Wahl hast, plädiere ich für eine Impfung vor der Schwangerschaft.

Keine generelle Impfempfehlung

Denn als schwangere Frau ist es nicht einfach, sich impfen zu lassen. Und das, obwohl das Risiko für Mutter und Kind nicht unerheblich ist.

Was in anderen Ländern schon tägliche Praxis ist, kommt hierzulande aber nur langsam voran.

Bei der STIKO wird nur bei Vorliegen einer Risikosituation von der Möglichkeit einer COVID-19-Impfung bei schwangeren Frauen gesprochen.

Nicht bei der Zulassungsstudie dabei …

Schwangere und stillende Frauen waren von den Zulassungsstudien für die COVID-19-Impfstoffe ausgeschlossen.  Deshalb gab es von der STIKO keine Empfehlung zur Impfung, schon gar nicht zur priorisierten Impfung.

Vorgehen in anderen Ländern

Andere Länder sahen und sehen das anders.

In den USA und Israel wurden schwangere Frauen priorisiert geimpft. Österreich und Großbritannien impfen ebenfalls Schwangere.

WHO: Schwangere und Stillende nicht grundsätzlich ausschließen

Internationale Fachgesellschaften und die WHO haben gefordert, Schwangere und Stillende nicht grundsätzlich von den Impfprogrammen auszuschließen.

In Deutschland ist es für Schwangere dennoch schwierig, sich impfen zu lassen.

Die CRONOS Daten

Verschiedenen Berufsverbänden der Frauenärzte und Kinderärzten haben ein Positionspapier vorgelegten. Hier finden sind ein paar interessante Zahlen aufgeführt, die ich Dir nicht vorenthalten will.

Die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) hat die „COVID-19 Related Obstetric and Neonatal Outcome Study“ (CRONOS) ins Leben gerufen. Bei dieser Studie werden in den teilnehmenden Kliniken die Verläufe COVID-19 positiven Müttern und deren Neugeborenen dokumentiert.

Im April 2021 wies das Register 1905 schwangere Frauen aus, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert hatten.

Bei der Auswertung der Daten ergaben sich folgende Risiken für Mutter und Kind:

Mehr Frühgeburten

Die schwangerschaftsspezifischen Risiken steigen erheblich bei Frauen mit einer COVID-Infektion in der Schwangerschaft. So ist das Risiko für eine Frühgeburt um 80 % erhöht. Liegt ein schwerer Verlauf der Erkrankung vor, sind Frühgeburten mehr als 4-mal häufiger.

Präeklampsie

Eine Präeklampsie, eine Schwangerschaftsvergiftung, ist um 80 % wahrscheinlicher, und das schon bei leichten Verläufen.

Thrombose und Embolie

Das Risiko für eine Thrombose oder eine Embolie (Blutgerinnsel in den Lungengefäßen, lebensbedrohlich) ist bei einer Schwangeren mit einer SARS-CoV-2-Infektion um das 4,5-fache erhöht.

Häufiger beatmungspflichtig

Bei einer von 25 Schwangeren wurde eine intensivmedizinische Behandlung notwendig, jede 5. dieser Frauen musste beatmet werden.

Im Vergleich zu Nicht-Schwangeren Patientinnen ist eine Betreuung auf der Intensivstation 6x häufiger. Und gar 23 x häufiger werden diese Frauen beatmungspflichtig.

Eine von zehn Erkrankten musste eine ECMO-Therapie haben. Hier ist die Lunge so angegriffen, dass sie für den Sauerstoffaustausch ausfällt, eine „künstliche Lunge“ übernimmt die Oxygenierung des Blutes.

Höhere Müttersterblichkeit

Auf alle gemeldeten Fälle in der CRONOS-Studie starben eine von 2.000 Frauen. Dies entspricht den internationalen Daten von 50 Todesfällen auf 100.000 Schwangere mit einer SARS-CoV-2-Infektion.

Die mütterliche Sterblichkeit lag bei 2,9 auf 100.000 Frauen 2016, also vor der Pandemie.

Verglichen mit der altersentsprechenden niedrigen Gesamtsterblichkeit haben Schwangere mit einer COVID-19-Infektion ein um das 26-fache erhöhte Sterblichkeit!

Erhöhtes Risiko in der Schwangerschaft

„Wir beobachten in der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung“, sagt Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Sektionssprecher der Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und Chefarzt am St. Joseph Krankenhaus Berlin.

„Insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft scheinen die Erkrankungen dramatischer zu verlaufen, als wir es erwartet haben. Das könnte daran liegen, dass die Lungenfunktion in den letzten Schwangerschaftswochen ohnehin beeinträchtigt ist.“ So der Mediziner weiter.

Risiken für die Babys

Auch die Babys von infizierten Müttern haben manchmal einen schlechteren Start ins Leben. Sie landen 3-mal häufiger auf der Baby-Intensivstation.

Eine Ansteckung der Kinder rund um die Geburt ist insgesamt selten.

Schutz für Dein Baby

Andererseits bist Du geimpft, vor oder in der Schwangerschaft, gibst Du Deine Antikörper ans Kind weiter. So schützt Du Dein Baby.

Auch beim Stillen werden die Antikörper über die Muttermilch weitergegeben.

Keine Weitergabe des Impfstoffes

Was Du Deinem Kind nicht weitergibst, sind Bestandteile des Impfstoffes. Weder über die Nabelschnur noch über die Muttermilch. Nur die von Dir gebildeten Antikörper gelangen zum Baby.

Impfgründe

Du kannst Dich als Risikopatientin impfen lassen. Risikofaktoren wären Übergewicht, Bluthochdruck, eine Blutzuckererkrankung und ein Alter über 35 Jahren.

Kleiner Einschub von mir: gegen Dein Alter kann auch ich nichts machen, aber Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck und eine Blutzuckererkrankung lassen sich gut in der Kinderwunschzeit beeinflussen. Nämlich mit Bewegung und Ernährung und Stressabbau. Und genau das alles machen wir zusammen im acht Wochen Coaching in einer kleinen Gruppe. Neben vielen anderen Dingen, die Dich Deinem Wunschkind näherbringen. Die Warteliste für den nächsten Kurs ist eröffnet.

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Zum anderen spricht die STIKO von Schwangeren mit „einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände“. Auch diese, so die STIKO, könnten nach individueller Aufklärung und Risikoabwägung geimpft werden.

Viel Spielraum, aber…

Aber was ist ein erhöhtes Expositionsrisiko? Kinder, die in den Kindergarten oder zur Schule gehen? Die Auslegung lässt sehr viel Spielraum.

Immer muss eine individuelle Aufklärung vorrausgehen und sauber dokumentiert werden.

Wann impfen?

Dazu noch mal Prof. Dr. Michael Abou-Dakn: „Im sensiblen ersten Schwangerschaftsdrittel wollen wir jede Impfung und jedes Medikament eher meiden.“

Also musst Du bis zum 2. Schwangerschaftsdrittel warten.

Geimpft wird bei Schwangeren und Stillenden mit einem mRNA-Impfstoff.

Bei stillenden Müttern ist keine Stillpause erforderlich.

Warum ist es dennoch schwierig für Schwangere, sich impfen zu lassen?

„Da die Haftung im Falle eines Zwischenfalls immer noch ungeklärt ist, werden Schwangere nur in Einzelfällen geimpft“, teilte der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, auf dpa-Anfrage mit. Laut Dr. Albring könne es „nicht Aufgabe der niedergelassenen Ärzte sein, bei all ihren Schwangeren, die fast alle sehr gern und dringend geimpft werden möchten, jetzt dieses Risiko zu beurteilen“.

Und das sehen die Mehrheit meiner Berufskollegen und auch ich genauso.

Deshalb wird es trotz dieser Überlegungen weiterhin schwierig sein, als Schwangere geimpft zu werden.

Da wird sich in den nächsten Wochen und Monaten was tun. Denn angesichts des nicht unbeachtlichen Risikos für schwangere Frauen mit einer COVID-Infektion ist diese Situation unakzeptabel.

Solltest Du die Möglichkeit haben, Dich vor einer Schwangerschaft noch impfen zu lassen, fände ich dies angesichts der Datenlage richtig und wichtig. Gegen COVID-19 vor oder während der Schwangerschaft impfen, diese Frage stellt sich hoffentlich für Dich nicht.

Alles Liebe

Deine Heidi

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Herzlich Willkommen!

Hallo, mein Name ist Dr. med. Heidi Gößlinghoff.

Ich bin Frauenärztin und Reproduktions-medizinerin mit Leib und Seele. Neben der Facharztausbildung habe ich mich in  Naturheilverfahren, Akupunktur und Neuraltherapie ausbilden lassen.

Später kamen noch Weiterbildungen der Ernährungsmedizin, Hormontherapie und Anti-Aging Medizin dazu. Zuletzt habe ich im März 2018 eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung der fachgebundenen Psychotherapie abgeschlossen.

Um so mehr haben mein Mann und ich uns gefreut, dass es mit der Familienplanung komplikationslos geklappt hat: wir haben drei tolle Kinder, die ich im Alter von 38, 39 und 49 Jahren bekommen habe.

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